Kann eine KI deine ganze Akte auf einmal lesen?

Kann eine KI deine ganze Akte auf einmal lesen?
Die Frage klingt technisch, entscheidet aber, ob ein Agent für deine Arbeit taugt. Eine KI hat kein Gedächtnis wie ein Mensch. Sie hat ein Fenster: Was hineinpasst, sieht sie gleichzeitig. Was nicht hineinpasst, existiert für sie nicht. Ein Agent, der nur die letzten drei Mails eines Wechsels sieht, schreibt eine Antwort, die den Vertrag im Anhang nicht kennt.
Gemessen wird das Fenster in Tokens, Wortstücken. Nach unserer Messung an einem deutschen Text sind es rund 1,7 Tokens pro Wort.
Im Alltag arbeitet das Modell im KI-Backoffice mit 40’960 Tokens. Nach eigener Rechnung sind das rund 24’000 deutsche Wörter — genug für einen Vertrag samt Anhängen oder einen langen Mailwechsel.
Für eine grosse Akte schaltet es um: Dasselbe Modell bekommt sein ganzes Fenster, 262’144 Tokens. Das sind rund 154’000 Wörter, ein Ordner voller Dokumente auf einmal. Das Umschalten dauert Sekunden.
Gerechnet wird auf eigener Hardware. Die Akte geht an keinen Cloud-Anbieter, und niemand ausserhalb liest mit.
Für die Auswahl einer KI heisst das: Frag nicht nur, wie klug sie ist. Frag, wie viel sie auf einmal sieht — und wo sie dabei rechnet. So arbeitet dein Backoffice, von KI betrieben.
Wie viele Seiten hat die dickste Akte in deinem Büro?














