AnalytikData
  • Leistungen
  • Coautra
  • Referenzen
  • Blog
  • Aktuell
  • Lass uns reden
EN

Kurz erklärt — ohne Informatikstudium

Welche Daten dürfen in welches KI-Werkzeug?

Technischer Anhang zur Sonntagsausgabe

Dieser Text gehört zur Sonntagsausgabe «Bitte nicht alles aifizieren». Dort steht das Warum — hier steht das Wie des zweiten Filters: eine einzige Zeichnung, die zeigt, wie man die eigenen Daten in vier Klassen sortiert und pro Klasse entscheidet, welches KI-Werkzeug sie sehen darf. Zehn Minuten, kein Fachwissen nötig.

Die Zeichnung

DEINE DATENzunehmend heikelÖffentlichWebsite-Texte, Prospekte:steht ohnehin im SchaufensterInternProtokolle, Abläufe, Entwürfe:unangenehm, wenn sie draussen sindVertraulichKundendaten, Verträge, Zahlen:gesetzlich und vertraglich geschütztKronjuwelenSchlüssel, Rezepturen, Existenzielles:der Schaden wäre nicht gutzumachenCLOUD-KI — STANDARDÖffentlicher Chat-DienstStandardvertrag, Standort offen —bequem, aber ohne ZusagenCLOUD-KI — MIT VERTRAGGeschäftskonto mit ZusagenAuftragsverarbeitung, Datenstandort CH/EU,kein Training mit deinen DatenEIGENES HAUSEigene Infrastruktur, lokale KIläuft auf deinen Rechnern —die Daten verlassen das Haus nieRegel: Was in eine Zeile darf, darf auch in jedestrengere Zeile darunter.darf überallhinnur mit Vertrag und Standortnur hierhin — sonst nirgendsgesperrtgesperrterlaubter Weggesperrter Weghöchste Schutzstufe

Die vier Klassen

Links stehen deine Daten — nicht nach Abteilung oder Dateiformat sortiert, sondern nach einer einzigen Frage: Wie gross wäre der Schaden, wenn sie in falsche Hände geraten?

Öffentlich ist alles, was ohnehin im Schaufenster steht: Website-Texte, Prospekte, publizierte Preise.Intern sind Dinge, die draussen unangenehm wären, aber niemanden ruinieren: Protokolle, Abläufe, Entwürfe.Vertraulich ist, was Gesetz oder Vertrag schützt — Kundendaten, Verträge, Zahlen; hier haftet man. Und die Kronjuwelen sind das Existenzielle: Zugangsschlüssel, Rezepturen, alles, dessen Verlust sich nicht mehr gutmachen liesse. In der Zeichnung tragen sie den gelben Rahmen.

Ein Bild dafür: Es ist dieselbe Sorgfalt wie beim Reden. Manches erzählt man jedem am Stammtisch, manches nur im Team, manches nur der Anwältin — und manches niemandem.

Die drei Orte

Rechts stehen die Orte, an denen ein KI-Werkzeug deine Daten verarbeiten kann — sortiert nach der Kontrolle, die du dort hast.

Zuoberst die Cloud-KI mit Standardvertrag: der öffentliche Chat-Dienst, bei dem man mit einem Klick einverstanden war. Bequem, leistungsfähig — aber ohne Zusagen dazu, wo die Daten liegen und was damit geschieht. Darunter die Cloud-KI mit Vertrag: dasselbe Werkzeug, aber über ein Geschäftskonto mit schriftlichen Zusicherungen — Auftragsverarbeitung, Datenstandort Schweiz oder EU, kein Training mit deinen Inhalten. Und zuunterst das eigene Haus: Infrastruktur, die dir gehört, bis hin zu einem Sprachmodell, das lokal auf eigenen Rechnern läuft. Dort verlassen die Daten das Gebäude nicht einmal.

Welche Wege offen sind

Jetzt braucht es nur noch eine Regel, und sie steht rechts unten in der Zeichnung: Was in eine Zeile darf, darf auch in jede strengere Zeile darunter — nie umgekehrt. Öffentliches darf überallhin, auch in den Standard-Chat. Internes braucht mindestens den Vertrag mit Datenstandort. Vertrauliches gehört ins eigene Haus — der Weg in die Standard-Cloud ist gesperrt, das ist der obere rote Riegel. Und die Kronjuwelen erreichen ausschliesslich die eigene Infrastruktur — oder, wie es in der Sonntagsausgabe steht, gar kein KI-Werkzeug: Manche Dinge gehören auf Papier und in keinen Verlauf.

Das ist der ganze Filter zwei. «Alles aifizieren» heisst implizit: alles zeigen. Wer stattdessen erst sortiert und dann zuweist, kann hinterher jeden einzelnen Weg begründen — und jeden gesperrten auch.

Ehrlich bleiben: wo die Ordnung wackelt

Drei Dinge muss man dazusagen, sonst wäre die Zeichnung Werbung statt Erklärung:

  • Einordnen ist ein Urteil, kein Naturgesetz. Ob eine Offerte «intern» oder «vertraulich» ist, entscheidet ein Mensch — und zwei vernünftige Menschen entscheiden es manchmal verschieden. Die Zeichnung nimmt einem das Urteil nicht ab; sie sorgt nur dafür, dass es vor dem Hochladen gefällt wird.
  • Daten wandern zwischen den Klassen. Ein interner Entwurf wird vertraulich, sobald die ersten Kundendaten hineingeraten. Für Mischungen gilt darum die strengste enthaltene Klasse — und die Einordnung ist keine einmalige Übung, sondern will gelegentlich nachgeprüft werden.
  • Ein Vertrag ist Papier, keine Physik. Die mittlere Zeile beruht auf Zusagen, nicht auf Unmöglichkeit: Der Anbieter verspricht Datenstandort und Verzicht aufs Training. Nur die unterste Zeile ersetzt das Versprechen durch Physik — Daten, die das Haus nie verlassen, kann kein Vertragsbruch hinaustragen. Genau deshalb ist sie den Kronjuwelen vorbehalten.

Du musst das nicht glauben — du kannst es anwenden

Das Schöne an dieser Zeichnung: Sie ist kein Konzeptpapier, sondern eine Übung für einen Nachmittag. Nimm zehn Dokumente aus deinem Alltag und ordne sie den vier Klassen zu. Dann schau, welche KI-Werkzeuge heute im Einsatz sind, und trage die tatsächlichen Wege ein. Wo eine Linie über einen roten Riegel läuft, hast du etwas gefunden — und zwar bevor es jemand anderes findet. Genau dafür ist die Zeichnung da.

Warum «KI überall» das falsche Ziel ist — und welche zwei Filter neben den Daten noch zu prüfen sind, bevor eine KI einen Prozess übernimmt — steht in der Sonntagsausgabe: «Bitte nicht alles aifizieren»

← Zurück zur Sonntagsausgabe
AnalytikData

Wir machen gewachsene KMU zukunftsfähig — revisionssicher mit Coautra.

ImpressumDatenschutzAnalytics-Opt-outmr@anadat.ch
LesenAktuellTicker — als App installierbarWerkverzeichnis
FolgenLinkedInBlueskyMastodon/FediverseNewsletter
FeedsRSS BlogRSS AktuellRSS Ticker

© 2026 AnalytikData GmbH · Alle Rechte vorbehalten.·

Sprache / Language

|